Druck

Amnesty International engagiert sich seit mehr als 50 Jahren weltweit für die Einhaltung der Menschenrechte. Die Herstellung von Öffentlichkeit hat sich dabei als eine der effektivsten Methoden erwiesen, um Menschenrechtsverletzungen aufzudecken und Veränderungen zu erzielen. Bilder und Filme zu diesem Thema sprechen unser Mitgefühl noch viel direkter an als Worte. Deshalb begrüßt die Amnesty-Gruppe Ammersee die Teilnahme von Filmen zum Thema Menschenrechte beim diesjährigen Kurzfilmfestival. Um diese wertvolle, aufdeckende Arbeit der Filmemacher* innenzuwürdigen,wird Amnestyeinen dieser Kurzfilme prämieren. Die Preisverleihung erfolgt am Samstagabend.

Amnesty Cafe im Blauen Haus

Freitag, 17- 22 Uhr, Filmvorführung 20:00 Uhr

Nominierte Filme für den

Amnesty International Preis 2016

Djinns, Spirit of Patras

Griechenland 2016, 13:40 Min, Jean-Jacques Cunnac

Eine Gruppe junger afghanischer Männer ist nach einer langen Flucht im griechischen Patras gestrandet. Alle haben den Wunsch, nach Italien oder weiter nach Mitteleuropa zu kommen. Ihre momentane Unterkunft ist eine abbruchreife Fabrik in der Nähe des Hafens. In diese Ruine kehren sie nach gescheiterten Fluchtversuchen zurück, hierhin retten sie sich vor der Polizei. Am Lagerfeuer erzählen sie von ängstigenden Geistern, den Djinns, die sie hier zu sehen glauben, die ihnen auflauern und von denen sie sich verfolgt fühlen. Vor dem Hintergrund ihrer schweren Traumatisierung und der völligen Perspektivlosigkeit entwickeln die geflüchteten Männer Angstund Wahnvorstellungen. Sie personifizieren auf diese Weise unbewusst ihre inneren traumatischen Schreckensbilder und die als feindlich und bedrohlich erlebte soziale Umwelt.

Dyab

Irak 2016, 20 Min, Mazin Sherabayani

Die ganze Welt soll seinen Film sehen – davon träumt der irakische Junge DYAB. Nach einem schweren Angriff im August 2014 durch den IS flohen viele Jesiden in das Flüchtlingscamp Arbat  im Osten des Irak. Der erste Jahrestag dieses Genozids naht. Gezeichnet von Trauer, Schmerz und Sehnsucht nach ihrer Heimat Shingal in kurdischem Gebiet erzählen die Erwachsenen von ihren traumatischen Erinnerungen, von Verlust, Entführung der Mädchen und Frauen, von Vergewaltigung und Tod. Die Kinder verarbeiten ihre schmerzlichen inneren Bilder auf besondere Weise: Sie drehen einen Film und inszenieren unbewusst die erlebten Schrecken. DYAB übernimmt die Regie und zeigt der Welt, was diese Kinder brauchen:  Hilfe, Bildung und Hoffnung auf ein sicheres Leben in ihrer Heimat.

Cotton Dreams

Indien/Polen, 14:30 min, Sandeep Balhara

1991 öffnet sich Indien den internationalen Märkten. Internationale Agrarkonzerne verkaufen gentechnisch manipuliertes Saatgut für Baumwollpflanzen. Statt der versprochenen, verbesserten Erträge und einer ländlichen Entwicklung kämpfen die Bauern und ihre Familien verzweifelt um ihr wirtschaftliches Überleben. Fehlende staatliche Hilfe zwingt sie zur Aufnahme von Darlehen, die Banken ihnen nicht gewähren, was sie in die Fänge von Kredithaien treibt. Da sie diesen Druck und die soziale Ächtung nicht aushielten, haben sich seit 1991 mehr als 250.000 Baumwollbauern umgebracht, im Durchschnitt wegen Schulden in Höhe von 850 $. Sie hinterließen mehr als 1.5 Mio Angehörige, die ihre Schulden erbten. Eine dieser Witwen berichtet von ihrem Leben.

Wasserläufer

Türkei 2016, 20 Min, Beston Zirian Ismael

Eine kurdische Familie aus Syrien konnte vor dem IS nach Istanbul fliehen, wo sie jetzt ohne irgendwelche Unterstützung ihr Leben fristen muss. Alle Familienmitglieder, die beiden Eltern und ihre 4 Kinder, verkaufen in wechselnden Schichten rund um die Uhr Trinkwasser, der Vater auch Brezeln, um die Miete und das Essen für die Familie zu erwirtschaften. Für mehr langt es nicht. Alle Familienmitglieder erzählen aus ihrem Blickwinkel über  ihr momentanes Leben, ein Leben zwischen verlorener Vergangenheit und hoffnungsloser Zukunft.

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