Ausstellungen
Medienkunst

im Taubenturm und in der Grafischen Kunstanstalt. Donnerstag bis Samstag. Jeweils 15:00 bis 18:00 Uhr

Das Bett. Der Mittelpunkt der Welt. Zu ihm kehren wir jeden Abend zurück. In ihm verbringen wir rund ein Drittel unseres Leben. Ort der Geburt, Ort des Todes und Zwischendurch eventuell auch Ort der Zeugung neuen Lebens.

Janina Totzauer resümiert im Taubenturm die Betten der letzten zwölf Jahre ihres Lebens und errichtet sich dafür ihr eigenes Lager. Es ist das 224. Bett, in dem sie seit ihres sechzehnten Lebensjahres schlief. Ihr neues Zuhause für die Zeit der Ausstellung

Die Medienkunstklasse der Kunstakademie München, Klaus vom Bruch unter der Leitung von David Blitz, stellt ihre Installationen aus. Gezeigt werden unter anderem die Werke von

Janina Totzauer www.flachware.de/janina-totz,
Patrick Tircher,
Iason Konstatinou,
Bianca Kennedy www.biancakennedy.com.

Janina lädt am Donnerstag um 15 Uhr zu Kaffee und Kuchen in den Taubenturm ein.

betten
what Weee Are

Workshop

WHAT WEEE ARE ist ein multimediales, soziokulturelles Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat das Bewusstsein zu schärfen, gegenüber den Themen, die mit dem linearen System der technologischen Produkte zusammenhängen.

Das Projekt untersucht die Beziehung der Menschen und ihrem Müll, im Besonderen dem e-Müll.

Das Hauptziel ist es, einen verantwortungsvollen Umgang mit den Rohstoffen und innovative Geschäftsmodelle zu zeigen, um zu einer Kreislaufwirtschaft zu gelangen.

Und deshalb transformiert das  WHAT WEEE ARE  Projekt Elektromüll zu Kunst.

Alte und kaputte Haushaltsgeräte verwandeln sich in Texturen, Kreaturen und Designs, die dann auf dem Bildschirm durch die Stop-Motion Technik zum Leben erweckt werden.

WHAT ARE WEEE?

Worauf wartest Du?! WHAT WEEE ARE ist in Deiner Stadt! Komm und besuch uns in Diessen

Hol Deine kaputten elektronischen Geräte aus der Schublade und mach mit bei der magischen Verwandlung. Du wirst viel dabei lernen, entdecken und Spass dabei haben. Alessio de Marchi, der Gründer des Projekts wird den Workshop leiten.

Sein Film WHAT WEEE ARE – WEEE Cutter Ants wird beim Diessener Kurzfilmfestival im Kino zu sehen sein.

www.griffinmetals.eu

Mittwoch 15:00- Samstag 18:00 Uhr
Unkostenbeitrag 10,- €
Anmeldung unter info@diessener-kurzfilmfestival.de

Druck
Kunstfenster Gensbaur

Malerei ist das Auftauchen an einem anderen Ort

Anfang Oktober schlägt das Kunstfenster eine Brücke zwischen dem Ammersee und Taiwan. „Malerei ist das Auftauchen an einem anderen Ort“. Ein oft zitierter Satz des Malers Franz Marc wird in einer nicht alltäglichen Ausstellung in Dießen neu gedacht.

Es begegnen sich hier zwei Positionen der Gegenwartsmalerei, die an weit

voneinander entfernt gelegenen Orten gewachsen und auf den ersten Blick kaum miteinander zu vereinen sind. In Zeiten der Globalisierung sind die Entfernungen scheinbar kürzer geworden. Das Tempo, mit dem wir Bilder herstellen, wahrnehmen und austauschen hat sich erhöht. Der jederzeit verfügbare “andere Ort”, die Gleichzeitigkeit einander fremder Kulturen, gehört längst zum medialen Alltag. Der „Umweg über China“, der nach einer Anregung des französischen Sinologen und

Philosophen François Jullien den europäischen Blick auf Vertrautes verändern könnte, dürfte nicht nur die beiden Initiatoren des Kunstfensters und Herausgeber der gleichnamigen Schriftenreihe, die Kunsthistorikerin Ulrike und den Maler Martin Gensbaur neugierig machen.

In dieser sorgfältig vorbereiteten Studioausstellung treffen Tuschemalereien der taiwanischen Künstlerin Jiang Sanshi aus Taipei auf Bilder des Gastgebers. In Urfeld, dem Ort, wo Lovis Corinth seine berühmten Walchenseelandschaften malte, entstehen seit Jahren zahlreiche Ölbilder und Gouachen, die motivisch von Berg und Wasser handeln. “Berg-Wasser-Malerei” ist in der chinesischen Kultur ein traditioneller Ausdruck für Landschaftsmalerei, eine Kunst, die Jiang Sanshi zeitgenössisch interpretiert. Abgesehen von zu erwartenden Unterschieden in Technik und Auffassung findet sich in den Arbeiten der beiden Künstler überraschend Gemeinsames. Beide malen direkt vor Ort im Freien, was besonders bei den großformatigen Bögen des empfindlichen chinesischen Reispapiers verwundern mag. Und noch etwas verbindet die beiden. Fabian Heubel, der Begleiter der Künstlerin Jiang Sanshi spricht von „gebrochenen Kontinuitäten“. Zeitgenössische Berg-Wassermalerei dürfte heute auf Taiwan ähnlich befremdlich wirken, wie jemand, der sich mit einer Staffelei in eine Kurve der vielbefahrenen Kesselbergstraße stellt um dort zu malen. Tuschpinsel und Reibstein zum Anreiben der Tusche haben in China längst ausgedient und auch in Urfeld kann man nicht einfach dort weitermachen, wo Lovis Corinth aufgehört hat. Jiang Sanshi und Martin Gensbaur nehmen die Herausforderung an, jeder von den beiden auf seine eigene Art und Weise.

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Begleitend zur Ausstellung erscheint im Münchner Kunstverlag scaneg die dritte Ausgabe der Schriftenreihe “Das Kunstfenster” mit Bildern von Jiang Sanshi und Martin Gensbaur und Texten der beiden Herausgeber (60 Seiten, 64 Farbabbildungen, Fadenheftung, EUR 12,- ISBN 978-3-89235-243-3 ).

Die Ausstellung wird im Rahmen des Dießener Kurzfilmfestivals am Abend des 5. Oktober eröffnet und ist parallel zu dessen Veranstaltungen

vom 6. bis 8.10. und am Wochenende 14./15.10.,

jeweils von 16 bis 19 Uhr geöffnet.